Newsletter sind so Web 1.0: vor 10 oder 15 Jahren war es bei Unternehmen die im Internet Marketing betrieben gang und gäbe Newsletter zu verschicken. Mit professionellen Programmen, meist aber lediglich in Outlook, wurden Newsletter erstellt und mehr oder weniger oft an Kunden und Interessenten verschickt. Heute lohnt sich das aber nicht mehr – Social Media (Facebook) hat den Unternehmensnewsletter ersetzt – nur damit lassen sich langfristig Kundenbeziehungen aufbauen!

So die Meinung vieler Internetmarketingspezialisten – aber das ist nicht so, Newsletter sind – richtig gemacht – immer noch ein sehr erfolgreiches Marketinginstrument im Internet – lesen Sie im Artikel warum und wie Sie Ihren Newsletter zu Gewinnung neuer Aufträge nutzen können…

Wer sind die Newsletterempfänger?

Das ist die erste Frage die man stellen muss um zu verstehen, welches Potential ein Newsletter bietet und wie man ihn gestalten muss. Die Empfängerliste eines Unternehmensnewsletter setzt sich aus folgenden Gruppen zusammen:

  1. Kunden die schon mindestens 1x beim Unternehmen gekauft haben (Stammkunden)
  2. Personen bzw. Unternehmen, die zwar (noch) keine Kunden sind, sich aber für die angebotenen Produkte interessieren
  3. Andere Personen, Unternehmen oder Geschäftspartner die sich für Ihr Unternehmen interessieren

Eine 4. Empfängergruppe führen wir hier bewusst nicht an, nämlich diejenigen Empfänger, die bei einem Gewinnspiel (Ihres Unternehmens oder eines Partners) teilgenommen haben und daher auch in der Empfängerliste gelandet sind. Früher war das absolut üblich und auch heute kommt es noch öfters vor, dass man für die Teilnahme an einem Gewinnspiel seine Emailadresse angeben musste – und sich dabei auch in eine Newsletterempfängerliste eingetragen hat (oder optinale eintragen lassen konnte).
Diese Gruppen klammern wir aus, denn solche Personen sind nicht an Ihrem Unternehmen, sondern nur an dem Gewinn eines Gewinnspiels interessiert, also keine potentiellen Kunden.

Bei den anderen 3 Gruppen lässt sich aber direkt ableiten an welchen Themen diese Personen interessiert sind und welche Auswirkung ein Newsletter auf ihre Kaufentscheidung hat:

  1. Stammkunden interessieren sich für Serviceleistungen rund um die gekauften Produkte, spezielle Angebote für Stammkunden oder Produktneuheiten. Die Responserate bei Angeboten per Newsletter ist relativ hoch, da diese Empfänger das Unternehmen kennen und mit den Produkten zufrieden sind. Es lohnt sich hier also ab und zu spezielle Angebote (für Stammkunden) zu verschicken.
  2. Interessenten kann man mit interessanten Inhalten davon überzeugen, bei Ihnen zu kaufen. Hier funktionieren Beschreibungen, wie man Ihre Produkte gewinnbringend einsetzen kann sehr gut, ebenso die Beschreibung von Anwendungsfällen. Auch sollten Sie Ihr Know How präsentieren und mit Fachartikeln zeigen, dass Sie in Ihrer Branche im Vergleich zu den Mitbewerben das meiste Fachwissen besitzen.
  3. An allgemein am Unternehmen interessierten Personen kann man beispielsweise Berichte über interessante Kundenprojekte, Einblicke in das Unternehmen oder Infos über Ihre Branche allgemein senden.

Welche Newslettersoftware sollte man verwenden und wie sollte der Newsletter erstellt werden?

Auf keinen Fall Outlook oder ein vergleichbares Emailprogramm. Dafür sollte eine spezielle, für die Erstellung und den Versand von Newsletter optimierte Software genutzt werden. Angeboten werden hier reine Desktoplösungen, Anwendungen die Sie auf Ihrem Webspace oder Server installieren können, und reine Cloudlösungen bei denen Sie lediglich für die Nutzung bezahlen.

Welche Lösung man bevorzugt kommt auf die individuellen Anforderungen und Gegebenheiten an, grundsätzlich sollte eine Newslettersoftware aber folgende Anforderungen erfüllen:

  • Das Design des Newsletter sollte mit Html erstellt werden können, idealerweise gibt es auch einen Editor mit dem man einfach mit Drag and Drop den Newsletter grafisch zusammenstellen kann. Viele Programme bieten auch fertige Newslettervorlagen bei denen man nur noch Logo und Firmendaten tauschen muss. Wichtig ist auf jeden Fall den Newsletter angepasst das Design der Homepage zu gestalten.
  • Die Newsletter sollte in Responsive Design erstellt werden können, damit sie bei Ansicht am Desktop-PC genauso gut aussehen wie bei Ansicht am Handy.
  • Die Newsletter sollten auch als Plain Text geschickt werden. Denn grafisch toll aufbereitete Newsletter sehen zwar super aus, es gibt aber immer noch Emailprogramme, die grafische Newsletter (Html-Newsletter) nicht oder nur sehr fehlerhaft darstellen. Auch manche Spamfilter lassen Html-Emails nicht durch. Ist der Inhalt in der Email auch als Plain Text angeführt dann ist sichergestellt, dass auch Empfänger mit derartigen Emailprogrammen die Newsletter ansehen können.
  • Ein Abmelden von der Newsletterempfängerliste muss direkt aus dem Newsletter möglich sein (Newsletter-abbestellen-Link).
  • Ein An- und Abmelden muss natürlich auch mittels Formular von Ihrer Homepage aus möglich sein. Wichtig bei Anmeldung: immer mittels Double-Opt-In, das bedeutet: der Empfänger trägt seine Emailadresse ein, und bekommt dann an diese Adresse eine Email mit einem Bestätigungslink, erst wenn er auf diesen geklickt hat ist er wirklich in die Empfängerliste eingetragen.
  • Der Emailversand sollte über eine Emailadresse Ihrer Website, direkt über den Emailaccount dieser Adresse möglich sein. Manche Newsletterprogramme versenden über direkt vom Server auf dem die Anwendung läuft und schreiben nur Ihre Absenderemail in den Newsletterheader – das erhöht aber die Gefahr dass Filter bei den Empfängeradressen die Email als Spam bewerten und nicht zustellen.
  • Die Emails sollten entweder in kleinen Paketen (zu 10 oder 20 Emails alle 10 Minuten) und/oder von mehreren Servern / IP-Adressen verschickt werden. Je mehr Emails von einem Server / einer Emailadresse / einer IP-Adresse innerhalb kurzer Zeit bei einem Empfänger (zum Beispiel GMX, AON usw.) eintreffen, umso höher die Gefahr dass die Email als Spam eingestuft und nicht zugestellt wird.
  • Die Software sollte ein Bounce-Managment besitzen. In jeder Empfängerliste befinden sich Adressen die es nicht mehr gibt oder die voll sind weil sie nicht mehr abgerufen werden. In diesem Fall senden die Empfängerprovider Fehleremails retour an den Absender – in diesem Fall den Newsletterversender. Eine gute Newslettersoftware wertet diese Rückläufter automatisiert aus und löscht nicht mehr existierende Emailadressen aus der Empfängerliste.
    Ganz wichtig: ein gutes Bounce-Management kann unterscheiden zwischen echten Fehlern und automatischen Antworten (Beispiel: “Ich bin bis 12.7. auf Urlaub, danach werden Ihre Emails beantwortet”).
  • Die Verwaltung der Emailempfänger in der Software ist einfach und übersichtlich. Ein Import von Empfängerlisten muss (zum Beispiel aus CSV-Files) möglich sein.
  • Empfänger lassen sich in Gruppen einteilen. Dann kann man den einzelnen Gruppen perfekt auf sie abgestimmte Newsletter schicken, zum Beispiel Stammkunden spezielle Angebote schicken, oder den Käufern eines bestimmten Produktes ein bestimmtes Upgrade anbieten, oder Interessenten einen speziellen Neukundenrabatt anbieten usw.

Wie oft sollte man einen Newsletter verschicken?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Es gilt aber: der Newsletter muss für die Empfänger relevant und interessant sein, Qualität geht vor Quantität. Denn jeder von uns erhält heutzutage sehr viele Emails und liest nur die, die wirklich relevant sind. Generell empfehlen wir aber nicht mehr als einen Newsletter pro Woche.
Überlegen Sie auch genau, wann (Uhrzeit) Sie Ihren Newsletter verschicken. Für Newsletter an Privatkunden ist ab Feierabend (17 oder 18 Uhr) oder am Wochenende vielleicht ganz gut geeignet (natürlich abhängig von Produkt und Zielgruppe), für Unternehmenskunden vielleicht späterer Vormittag oder Nachmittag. Montag Morgen wäre hier ganz schlecht, da die Benutzer hier alle eingelangten Emails vom Wochenende abarbeiten müssen, daher wenig Zeit haben und die Newsletter eher nicht lesen oder gleich löschen werden.
Und: keine tagesaktuellen Infos (heute haben wir dies gemacht, heute machen wir jenes…) versenden – für solche Statusupdates ist Facebook viel besser geeignet.

Fazit

Newsletter sind aus dem modernen Onlinemarketing nicht wegzudenken und immer noch – oder wieder – ein sehr erfolgreiches Werbemedium. Eine Emailadresse einer Person, die sich freiwillig in die Empfängerliste einträgt, ist wertvoller als zum Beispiel ein Like auf Facebook. Denn auf Facebook wird “sehr schnell” geliked, viele User haben mehrere 100 oder 1000 Seiten geliked, sehen aufgrund des Facebook Algorithmus (lesen Sie hier: Der Facebook-Algorithmus und die Reichweite) und der eigenen Interessen aber nur einen Bruchteil der Beiträge dieser Seiten. Emails bekommt man aber hunderte am Tag, wenn man sich also freiwillig in einen Newsletter einträgt dann ist man wirklich daran interessiert.