Große Onlineshops wie Zalando, Amazon, Tchibo usw. ranken unglaublich gut für verschiedenste Suchbegriffe in den Suchmaschinen, wie machen sie das? Sie verwenden Methoden die auch Betreiber von kleinen Onlineshops anwenden können…

Die Ausgangssituation

In der Regel hat jeder Shopbetreiber seine Hauptkeywords unter denen er gefunden werden möchte. Meist sind das irgendwo zwischen 10 und 30 verschiedene Suchbegriffe (oder Kombinationen) die den Inhalt bzw. die Produkte des Shops beschreiben. Damit deckt man einen großen Teil der relevanten Suchanfragen ab, allerdings gibt es in jeder Branche ja viele Mitbewerber, und diese machen das gleiche und wollen auch unter denselben allgemeinen Suchbegriffen gefunden werden. Nehmen wir als Beispiel einen Onlineshop für Bekleidung. Keywords wären hier Abendkleid, Jeans, T-Shirts, Jacken usw. Es ist einleuchtens dass es für jeden dieser allgemeinen Begriffe vermutlich hunderte Anbieter allein im deutschsprachigen Raum gibt, die Konkurrenz ist also groß und der Aufwand beträchtlich um bei Google auf den vorderen Plätzen angezeigt zu werden.

Was kann man also tun, um vor allem auch als kleiner / neuer Onlineshop-Betreiber gegen die etablierte, große Konkurrenz eine Chance zu haben? Die Lösung lautet Skalierung der Keywords, also die Anzahl der Suchbegriffe unter denen man gefunden wird stark zu erhöhen und damit sehr viele (oder alle) möglichen Suchbegriffskombinationen, die User eintippen könnten, abzudecken. Ein Beispiel: anstatt nur unter “Kleider” gefunden zu werden konzentriert man sich auf folgende weitere Suchbegriffe: Sommerkleider, Abendkleider, Cocktailkleider, Jeanskleider, und kann natürlich noch weiter in die Tiefe gehen: Abendkleider Größe 36, Abendkleider Esprit, Abendkleider schwarz, Abendkleider Baumwolle usw. Der Trick dabei ist möglichst viele Kombinationen abzudecken, was übrigens auch dem Suchverhalten der User entspricht. Denn sehr viele Onlineshopper wissen ganz genau was sie wollen und suchen auch gezielt danach (z.B. nach Abendkleider, Größe 36, kurz.

Die Lösung: passende Shopkategorien sowie Skalierung der Keywords

Die Frage nun: wie setzt man das um, wie erzeugt man die nötigen Landingpages dafür? Der erste Schritt ist das richtige Kategorienmanagement, d.h.: nicht alle Kleider in eine Kategorie (Kleider) packen, sondern weitere Subkategorien anlegen (z.B.: Kleider -> Abendkleider -> Größe 36). Natürlich kann man genauso Unterkategorien z.B. nach Material, Länge der Kleider, Art der Kleider (Cocktailkleid, Ballkleid, Maturaballkleid usw.) anlegen. Über die verschiedenen Kategorien kann man viele weitere Keyword-Kombinationen abdecken, dabei sollte man aber die Usability nicht außer Acht lassen – kurz gesagt: auch wenn viele weitere Unterkategorien im Sinne der Suchmaschinenauffindbarkeit angelegt werden sollen muss der Shop übersichtlich bleiben, sollte also nicht nur mehr aus Kategorien mit jeweils vielleicht 1 oder 2 Produkten darin bestehen.

Mit Shopkategorien lassen sich bereits sehr viele weitere Keyword-Kombinationen abdecken, früher oder später stößt man damit aber an Grenzen. Insbesondere auch deswegen weil es oft für bestimmte Kategorien auch mehrere gebräuchliche Bezeichnungen geben könnte für die es nicht sinnvoll ist jeweils eine eigene Kategorie zu erzeugen. Will man also noch weiter in die Breite gehen muss man für weitere Suchbegriffe eigene Landingpages anlegen. Unterstützt die Shopsoftware das Erstellen von Contentseiten so kann man die Seiten direkt darin anlegen, sinnvoller ist aber oft die Erstellung der Landingpages mittels externer Programme. Bewährt hat sich hierbei beispielsweise WordPress, da es für Redakteure einfach zu bedienen ist, viele Funktionen bietet und sich auch relativ einfach suchmaschinenoptimierte Seiten erzeugen lassen.

Google

Bei dieser Methode der Erzeugung von Landingpages wird das Layout des Onlineshops in WordPress nachgebaut, natürlich funktionieren alle Links auf Shopkategorien, Produkte, Warenkorb usw. Eine Onlineshop-Software ist aber oft sehr aufwendig programmiert und erzeugt sehr überladenen Html-Quellcode, alle diese nicht benötigten Funktionen werden hierbei bei den Landingpages natürlich weggelassen. Damit ist der Html-Quellcode dieser Seiten sehr sauber und übersichtlich, das verbessert die Auslesbarkeit und damit das Ranking in den Suchmaschinen.

Viele beliebige Keywordkombinationen können abgedeckt werden

Für jede beliebige Keyword-Kombination kann man auf diese Art eine Landingpage erzeugen, idealerweise mit einem oder mehreren Bildern, auf jeden Fall aber mit einzigartigem Content. Einzigartig bedeutet: der Text darf so auf keiner weiteren Seite vorkommen.  Der Fachbegriff dafür: Duplicate Content. Duplicate Content mögen Google & Co. gar nicht, Seiten mit gleichen Inhalten wie auch auf anderen Webseiten werden aus dem Suchindex gelöscht oder viel weiter hinten angezeigt. Es ist also unbedingt nötig die Texte zu variieren, in der Praxis hält sich der Aufwand für die Erstellung von Landingpages meist im Rahmen: ein kurzer beschreibender Text zum Produkt (meist genügen bereits 1-2 Absätze), schöne Bilder und natürlich der Link zur Shopkategorie oder direkt zum Produkt. Durch die Einbindung von Content-Quellen der Shopsoftware (RSS-Feed, XML-Daten usw.) kann oft direkt verschiedene Produkte zum jeweiligen Suchbegriff auf der Landingpage anzeigen. So lassen sich auch die Inhalte der Seiten leichter erzeugen und variieren.

Ziel einer Landingpage ist es aber keinesfalls den User zu täuschen. Wer ein kurzes Abendkleid in Größe 36 in schwarz sucht erwartet auch genauso eine Seite zu sehen. Es wäre also falsch eine Landingpage für Suchbegriffe nach denen häufig gesucht wird zu erstellen, dem User dann aber andere Produkte zu zeigen.

Aufwand für Onlineshop-Suchmaschinenoptimierung bleibt überschaubar

Noch ein Wort zum Aufwand für diese Art der Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops: für die Kategorienoptimierung müssen meist Anpassungen in der Shopsoftware vorgenommen werden. Bei den gängigsten Anbietern (Shopware, Magento usw.) ist das aber mit überschaubarem Aufwand mittels Plugins oder einfacher Erweiterungen möglich.
Für die Landingpages muss das Shoplayout in code-optimierter Form in WordPress nachgebaut werden, will man Inhalte aus dem Shop zusätzlich dynamisch einbinden, müssen die nötigen Schnittstellen eingerichtet und eingebunden werden. Danach ist das Anlegen einer Landingpage aber sehr einfach und schnell möglich und kann nach einer Einschulung auch durch die Mitarbeiter des Unternehmens selbst erfolgen.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen dass sich mit dieser Methode die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen merklich erhöhen lässt und der Onlineshop einen deutlichen Schritt nach vorne in den organischen Suchergebnissen machen wird. Erwähnt werden muss aber dass eine Suchmaschinenoptimierung für einen Onlineshop natürlich noch weitere Punkte (wie bei jeder Suchmaschinenoptimierung einer “normalen” Website) umfasst. So muss natürlich der Code der Shopsoftware optimiert werden, sprechende Links müssen erzeugt werden und auch (falls nötig) ein Backlinkaufbau erfolgen. Wenn man all diese Punkte aber konsequent umsetzt lassen sich auch heute noch gute Umsätze mit Onlineshops generieren, auch in umkämpften Branchen mit starker Konkurrenz.