Facebook ist tot, Instagram ist das Netzwerk to be. Das behaupten zumindest manche Social Media Experten und erklären das mit der wesentlich höheren Interaktionsrate auf Instagram. Ganz so ist es aber doch nicht, der Teufel steckt im Detail. Denn Interaktion auf Instagram ist nicht gleichbedeutend mit Interaktion auf Facebook.

Die absolute Interaktionsrate ist auf Instagram höher als auf Facebook

Unter absoluter Interaktionsrate verstehen wir die Anzahl von Likes und Kommentaren je veröffentlichten Beitrag. Stellt man einen Beitrag auf Facebook online und den gleichen Beitrag auch auf Instagram, so kann man im Schnitt von 5-10x so viel Likes auf Instagram im Vergleich zu Facebook ausgehen. Auch die Anzahl der Kommentare ist (je nach Anzahl der Follower) um den Faktor 2 bis 5 größer.
Die reine Zahlen der Likes und Kommentare sprechen also klar für Instagram. Und das gilt für die meisten Branchen und Themengebiete und auch für alle Altersgruppen. Egal welche Zielgruppe man also anspricht, die absoluten Interaktionen sind auf Instagram wesentlich besser als auf Facebook.

Warum ist das so? Einerseits liegt es an der höheren organischen Reichweite auf Instagram. Es gibt zwar auch bereits einen Algorithmus ähnlich wie auf Facebook, der Beiträge für die User sortiert, trotzdem sehen noch wesentlich mehr Follower einen Beitrag als auf Facebook. Zusammenhängen dürfte das auch mit der noch immer wesentlich geringeren Anzahl von Nutzern auf Instagram im Vergleich zu Facebook. Weniger Nutzer bedeutet insgesamt auch weniger Beiträge, daher ist die Reichweite jedes einzelnen Beitrages höher. Je mehr der eigenen Follower einen Beitrag sehen, umso höher auch die Wahrscheinlichkeit dass diese damit interagieren, also liken oder kommentieren. Dazu muss auch erwähnt werden, dass die Hemmschwelle einen Beitrag zu liken auf Instagram wesentlich niedriger ist als auf Facebook.

Was steckt hinter der hohen Interaktionsrate auf Instagram?

Ein weiterer Punkt für die hohe Interaktion auf Instagram sind die Hashtags. Auf Facebook können zwar grundsätzlich auch Hashtags genutzt werden, nur haben sie sich dort nie wirklich durchgesetzt und es sucht auch niemand über Hashtags nach Beiträgen.

Auf Instagram ist das anders, da gehören Hashtags zur Nutzung der Plattform für die User einfach dazu. Sucht man nach Beiträgen zu einem bestimmten Thema so sucht man nach passenden Hashtags. Will man Reichweite erzielen dann muss man daher Hashtags in den Beiträgen erzielen – je mehr Hashtags umso größer wird naturgemäß die Reichweite (bis zu 30 Hashtags können bei einem Beitrag gesetzt werden).

Allerdings: Hashtags locken vor allem automatische Bots an. Dabei handelt es sich um automatisierte Programme die nichts anders machen, als den ganzen Tag bestimmte (vordefinierte, meist populäre) Hashtags abzufragen und die dazugehörigen Beiträge aufzurufen. Diese Beiträge werden dann automatisch geliked oder es werden Kommentare erstellt. Da  tauchen dann Kommentare wie “Tolles Foto”, “Great shot” oder “Awesome” auf – und das meist in mehrfacher Ausführung bei einem Bild.
Sieht man sich dann die Accounts hinter den Kommentaren oder Likes an so handelt es sich meist um größere Accounts, in der Regel meist nicht aus Österreich oder Deutschland, die das nur machen um auf sich aufmerksam zu machen und dadurch neue Follower zu gewinnen.

Das Problem an der ganzen Sache: derartige Spamlikes und -kommentare kommen in irrsinnig großer Menge vor, bei kleinen und auch sehr großen Accounts. Die ganzen Analysetools und Statistiken erfassen aber immer die Gesamtzahl an Aktivitäten je Beitrag, also die Zahl der Likes und Kommentare. Den Sinn von Kommentaren erfassen sie nicht, erkennen nicht ob ein Like von einer Person mit echtem Interesse oder nur einem Bot kommt.
Aus diesen ganzen Statistiken kann man dann natürlich ableiten dass die Interaktion auf Instagram wesentlich besser als auf Facebook ist, aber bringt derartige Interaktion wirklich etwas? Aus automatischen Bots werden niemals Interessenten oder Kunden werden, auch wenn Bots automatisch einem Account folgen entfolgen sie diesem bald wieder wenn nicht zurückgefolgt wird. (Follow-Unfollow-Taktik). All das bringt für Ihren Account nichts.

Was soll man also tun?

Wir empfehlen jedenfalls genau zu analysieren ob die Zielgruppe auf Instagram aktiv ist und wie man sie anspricht. Je nach Zielgruppe kann Facebook oder Instagram die besser Plattform sein.
Ist man auf Instagram aktiv so sollten Massenhashtags eher nicht verwendet werden, diese locken vor allem die automatischen Bots an. Besser sind kleinere Hashtags, und es sollte mehr auf aktive Interaktion mit den Followern gesetzt werden. Also Fragen stellen, auf Kommentare antworten usw.
Unserer Erfahrung nach kann man auch auf Facebook immer noch sehr gute Ergebnisse erzielen – aber es kommt natürlich auch auf die Branche und Zielgruppe an.