Juhu…wir lassen uns schnell einen Onlineshop erstellen, verkaufen damit unsere Produkte und können dann einfach und schnell zusätzliche Umsätze generieren. Diese Einstellungen trifft man in vielen mittelständischen Unternehmen an, leider ist die Sache aber nicht so einfach – was Sie alles beachten sollten damit Ihr Onlineshop erfolgreich wird erklären wir im Beitrag.

Viele, kleine und größere Webagenturen, verkaufen ihren Kunden oft sogar relativ teure Ecommerce-Lösungen, ohne über die für den erfolgreichen Betrieb nötigen Maßnahmen zu informieren. Da werden dann Shops mit Magento oder Shopware zu Preisen von € 10.000,- oder mehr erstellt und der Kunde damit quasi alleine gelassen – es erfolgt keinerlei weitere professionelle Pflege der Inhalte sowie eine Vermarktung des Shops.
Das Resultat sind Shoplösungen, die den Kunden nur Geld gekostet haben und nach einigen Monate wieder vom Netz gehen weil die Umsätze die dadurch generiert werden minimal sind. Denn in unserer Zeit ist praktisch jeder Bereich bereits durch Mitbewerber besetzt – nicht nur in Massenbereichen wie Bücher (Amazon), Schuhe (Zalando) oder z.B. Möbel (Westwing), auch für Nischenprodukte gibt es meist schon Anbieter am Onlinemarkt. Und selbst wenn es wirklich noch keine Mitbewerber in einem Marktsegment gibt kann eine Onlineshop nur dann erfolgreich sein wenn die Kunden die Produkte in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken usw. finden und die Inhalte der Website auch immer am neuesten Stand sind.

Hier nun unsere 10 Maßnahmen die Sie (oder Ihre Agentur / Ihr Webdesigner) umsetzen sollte damit Ihre Ecommerce-Lösung erfolgreich wird:

  1. Wahl der passenden Ecommerce-Software:
    Die Software sollte immer an die Größe des Shops (Anzahl Produkte, Kategorien, gewünsche Funktionalitäten, erwartete Anzahl der Zugriffe etc.) angepasst werden. Ein Magento-Shop für € 10.000,- für 20 Produkte und ca. 100 Zugriffe am Tag ist völlig überdimensioniert. Ebenso ist eine WordPress-Lösung für einen Shop mit mehreren 1000 Produkten, vielen verschiedenen Kategorien und Zahlungsanbietern und gewünschten Sonderfunktionen nicht zielführend.
  2. Ganz wichtig: der Shop muss mobile-friendly sein, also auch auf mobilen Geräten (Handy, Tablet usw.) schön angezeigt werden:
    Mehr als 50% der Internetuser benutzen bereits Smartphones oder Tablets, dementsprechend wichtig ist ein schön anzusehendes und intuitiv zu bedienendes mobiles Design. Der Trend geht hier zur Responsive Design, also einem Weblayout dass sich fließend an jede Bildschirmgröße anpasst.
  3. Gesetzliche Vorgaben müssen eingehalten werden:
    Gerade im Ecommerce-Bereich müssen sehr viele gesetzliche Regelungen eingehalten werden, ansonsten drohen teure Abmahnungen oder im schlimmsten Fall sogar Gerichtsverfahren. Bei namhaften Shopsystemen wie z.B. Shopware (was wir einsetzen) ist das alles gegeben, bei kleineren Anbietern oder Lösungen aus den USA oder anderen Ländern werden diese Punkte aber oft nicht erfüllt.
  4. Die Inhalte (Produkte, Kategorien, Texte usw.) müssen durch Sie wartbar sein:
    Verwenden Sie keine Produkte bei denen die Inhaltenur durch Programmierexperten gewartet werden können. Sie müssen dann beispielsweise für jede Änderung bei einem Produkt Ihren Webdesigner kontaktieren und beauftragen, das kostet nur unnötige Zeit und auch immer Geld. Zudem sind sie dann an die Agentur gebunden, was ist wenn die Firma aber den Betrieb einstellt? Es sollte daher immer eine professionelle Software eingesetzt werden bei der eine Selbstwartung durch Sie selbst möglich ist. Wir führen daher für jede von uns erstellte Ecommerce-Lösungen umfangreiche Einschulungen durch.
  5. Der Shop muss SEO-tauglich sein:
    SEO bedeutet Suchmaschinenoptimierung – die verwendete Software muss also so aufgebaut sein dass sie leicht durch Google & Co. erfasst werden kann.
  6. Erstellen Sie qualitativ hochwertige Produkttexte:
    Auch wenn es noch so verlockend ist, verwenden Sie keine Produkttexte des Herstellers. Denn diese Werbetexte werden dann auch von vielen Mitbewerbern benutzt die auch diese Produkte vertreiben. Google findet dann auch vielen verschiedenen Webseiten dieselben Texte und wertet alle diese ab, Google mag nämlich keinen doppelten (Duplicate) Content. Besser ist es individuelle Texte zu erstellen – Sie heben sich dadurch von Ihren Mitbewerben an und verbessern auch die Rankings in Google.
  7. Nutzen Sie erstklassiges Bildmaterial:
    Fast noch wichtiger als Texte sind Bilder im Internet – hochwertige, ansprechende und informative Bilder verleiten dazu ein Produkt anzuklicken und in der Folge zu kaufen. Viele machen den Fehler die Bilder von unerfahrenen Mitarbeitern anfertigen zu lassen (“eine Handykamera oder eine Digitalkamera kann doch jeder bedienen”) – tun Sie das nicht. Lassen Sie die Bilder von erfahrenen Fotografen anfertigen, egal ob Produktbilder, Fotos Ihrer Mitarbeiter oder Imagebilder Ihres Unternehmens. Bilder sind das Aushängeschild Ihres Unternehmens und haben direkten Einfluss auf den Erfolg.
  8. Der Shop muss immer aktuell sein:
    Nichts ist ärgerlicher als ein Shop der nicht am aktuellen Stand ist: Produkte werden noch aufgeführt ob wohl Sie sie nicht mehr im Sortiment führen, Preise stimmen nicht mehr, Lieferzeiten werden falsch angegeben, Produktdaten sind falsch usw. Die Produkte und Angaben im Shop müssen IMMER am aktuellsten Stand sein!
  9. Werbung ist alles:
    Nur das bloße Onlinestellen Ihres Shop bringt keine Kunden – machen Sie Ihren Shop in Ihrer Zielgruppe bekannt. Lassen Sie eine professionelle Suchmaschinenoptimierung durchführen, werden Sie im Bereich Social Media aktiv, führen Sie Email-Kampagnen durch und nutzen Sie Newsletter um laufenden Kontakt zu Ihren Kunden aufzubauen.
  10. Kalkulieren Sie Anlaufzeit und Anlaufkosten ein:
    Kein Onlineshop wird über Nacht erfolgreich. Anlaufzeiten von 3-6 Monaten müssen immer einkalkuliert werden, es dauert eine gewisse Zeit bis Marketingmaßnahmen greifen.

Manche dieser aufgeführten Punkte werden Sie schon gekannt haben –  aus unseren Erfahrungen sind das aber die Sachen, die am häufigsten beim Start im Onlinehandel falschgemacht werden und dann zu nicht-erfolgreichen Onlineshops führen. Selbst ist viele Webagenturen achten nicht darauf oder beraten die Kunden nicht hinsichtlich dieser Aspekte. Wenn man diese 10 Punkte beachtet ist aber bereits ein großer Schritt hin zum Erfolg im E-Business getan.